Das ist das zweite mal, dass ich einen meiner Schüler mit zu Grabe tragen musste. Uns
allen gefällt der Gedanke, dass Patrick jetzt einen Sparringspartner
hat. Benny kam bei einer Fahrt
mit dem Motorrad ums Leben.
Er kämpfte noch knapp eine Woche um sein Leben, bis die Ärzte dann am
03.06. die lebenserhaltenden Geräte abschalteten.
Im Mai 2000 brachte Benny’s Mutter Rita den damals jungen Mann zu uns.
Er war schon leicht gezeichnet, weil er immer gehänselt und massiv
geärgert wurde. Rita sagte damals,
dass sie bei uns nach allen Versuchen die letzte Chance sieht, dass
Benny seine Probleme in den Griff bekommt. Die ersten Stunden
waren nicht leicht, aber Rita wusste wohl schon damals, dass er genau
hier gut aufgehoben war. Und tatsächlich. Benny entwickelte sich so
schnell und so gut, dass die Probleme mit Mitschülern usw. relativ
schnell erledigt waren. So freuten wir uns, als die Mama der Nation
dann auch noch die Brüder Siggi, Merlin und Schwesterlein Melory zu uns
gebracht hatte. Alle waren übrigens sehr erfolgreich.
Benny war dann doch mit der Zeit ein Fall für sich. Er hatte eine Art,
mit der nicht jeder umgehen konnte. Er sagte immer direkt, was er
gedacht hatte. Damit kamen viele nicht zurecht. Die meisten lassen
sich lieber anlügen. Benny war so nie. Ein Mann, ein Wort. Wenn er
etwas zugesagt oder versprochen hatten, war er immer da. Wenn er eine
Meinung hatte, sagte er die jedem ins Gesicht. Ob diejenigen es hören
wollten oder nicht. 2004 stand er dann vor seiner bisher größten
Herausforderung. Er reiste mit uns nach Orlando
/ Florida und kämpfte
dort um den Titel des Weltmeisters. Seine Kämpfernatur kam auch dort
voll zur Geltung. Er gewann den Titel. Sein Pokal erinnert noch heute in
unserer Schule, an diese großartige Leistung. Wie oft musste ich ihn für
diesen Trip ins Gebet nehmen. Aber irgendwie hatte ich schon lange den
Draht in seinen Kopf gefunden, so dass er meistens auf mich hörte. Dann
machte er eine Pause. Es geschahen ein paar Dinge, die mit dem
Gesetzt nicht konform gelaufen waren. Aber auch dazu stand er
jederzeit. Damit er nicht ganz abgedriftete, musste er ein Praktikum
nachweisen. Zusammen mit Mama Rita holten wir ihn wieder „an Land“ und
er leistet ein Praktikum von 3 Monaten bei uns ab. Er gab Training für
unsere Kinder, die voll auf ihn standen. Gerne hätte ich ihn als Azubi
eingestellt. Leider kam es dazu nicht. Als wir dann von dem Unfall
hörten, dachten alle, wenn es einer schafft, dann Benny. Selten habe
ich jemanden mit solch eine physischen Stärke kennen gelernt wie ihn.
Aber diesen letzten Kampf hatte er dann am 03.06.2011 verloren.